Ich muss sehr bald mit dem Flugzeug beruflich verreisen. Dieser Flug ist notwendig und unumgänglich. Ich bin als Kind 2 Mal geflogen, aber damals machte ich mir noch über nichts Gedanken. Mit dem Nähertreten des Abfluges muss ich immer mehr darüber nachdenken, falls es wirklich zu ernsten Zwischenfällen kommen sollte, oder sogar zum Absturz.
Wie bewältige ich das? Ich glaube, noch ist es keine echte Flugangst mit Panikattacken und so, aber der Gedanke daran, mit dem Flugzeug zu fliegen bedrückt mich sehr stark. Was soll ich tun? Gibt es Methoden, sich von dem Gedanken eines Absturzes abzulenken? Oder vielleicht etwas anderes?
Die Statistiken anschauen – Vom Blitz getroffen zu werden ist wahrscheinlicher als das dein Flugzeug abstürzt. Nun, das beruhigt zwar etwas, aber mit Wahrscheinlichkeiten und Statistiken ist das so eine Sache: Ob etwas 99,9999 % sicher ist, ist mir doch relativ wurscht, falls die verbleibenden 0,00001 % eintreten. Allerdings bezieht sich diese schöne Statistik nur auf die Unfälle pro kilometer pro Fahrgast umgerechnet (wegen extrem langen Reisen pro Flug). Rechnest du die Unfälle auf die Anzahl der Flüge um sieht die Statistik schon wieder anders aus, da ist selbst das Auto wieder sicherer (Bahn und Bus sowieso). Naheliegeder erscheint folgender Ratschlag eines Freundes: “Sediere dich zuverlässig vor Antritt der Flugreise und genieße diese.”
Es wird zwar immer so toll gesagt, dass das Flugzeug so viel sicherer wäre, dabei starten jeden Tag auch zig Flugzeuge weniger als ein Auto am Straßenverkehr teilnimmt. Dennoch will ich Euch hier weiter an meiner Selbstberuhigungsrhetorik teilhaben lassen. Das Fliegen ist WESENTLICH sicherer als fast jede andere Art der Fortbewegung, insbesondere Autofahren. Der Start ist außerdem das Gefährlichste, das sollte einem doch vielleicht helfen, dann hat man nämlich immerhin den kritischsten Moment hinter sich.
Und überhaupt, wie oft ist in den letzten Jahren ein Flugzeug über Deutschland abgestürzt? Schütte dir schön einen rein. Schaue den Film an Bord. Schau aus dem Fenster, geniesse die Wolken. So ein Flugzeug wird ständig gewartet, die Piloten sind Top ausgebildet. Ein Absturz ist die übelste PR für eine Fluggesellschaft. Die werden alles tun, um das zu verhindern. Ich fliege ja nicht mit Bandladesh Airlines in einer Ju-87…Gaaaaanz ruhig. Rational gibt es keinen Grund, mich vor dem Flug mehr zu fürchten als vor der Autofahrt zum Flughafen, ganz im Gegenteil. Flugzeug ist und bleibt das sicherste Verkehrsmittel. Grad in Eura werden hohe Qualitätsansprüche gegenüber Fluggesellschaften gestellt. Wenn sie diese nicht einhalten, kommen sie auf die schwarze Liste und dürfen garnicht erst in Eura starten/landen. Ryanair fliegt (fast) nur 737. Das gefährliche ist der Kampf um die Sitze. Oder dass die Piloten sich weigern die Passagiere mitzunehmen.
Da fällt mir auf, es ist auch ein gewaltiger Unterschied, ob man “Unfälle mit Verletzten” oder “Todesfer” vergleicht. Während es im Straßenverkehr täglich scheppert und man schnell mal mit (leichten, mittelschweren) Verletzungen in irgend einer Statistik landet, gibt es bei Flugzeugen prinzipbedingt weniger häufig Unfälle, wenn dann aber so richtig mit vielen Toten und Schwerverletzten. Essentiell ist es also drei mal so wahrscheinlich bei einer Flugreise zu sterben als bei einer Autofahrt. Andererseits gilt wohl auch: Die Menschen haben Riesenangst vor dem Fliegen, fahren aber ohne Probleme jeden Tag zu Arbeit, wobei dann das Risiko beim Autofahren zu sterben dann natürlich viel großer ist. Kleine Rechnung für die Phobiker: Damit es wahrscheinlicher ist, dass ihr beim Fliegen sterbt als beim Autofahren, müsst ihr auf JEDE 3 Autofahrten die ihr jemals gemacht habt mindestens eine Flugreise kommen.
Das ist eigentlich bei allen außer bei irgendwelchen Berufsfliegern unmöglich, also kann man problemlos
Das ist nun auch nichts positives, ein Tod im Flugzeg ist in aller Wahrscheinlichkeit schnell und schmerzlos, beim Auto eher nicht. Na dann, schönes sterben noch^^.
Im Notfall, wenn die Angst sich nicht mehr bändigen lässt, kann man wohl jederzeit eine Flugbegleiterin per Knopfdruck herbeirufen – die sind geschult im Umgang mit ängstlichen Passagieren und schaffen es auch, einen wieder zu beruhigen. Sei es mit einem ablenkenden Gespräch oder, wenn garnichts hilft, mit einem leichten Beruhigungsmittel (ähnlich den LMAA-Tropfen vor einer Operation).
Ich denke, ich mache es wie bei allen anderen denkbaren Problemen und nutze die Lösung, Gott uns schon vor hunderten Jahren gab: Bier. Und früh da sein. Dann kann ich noch einen guten Platz im Flugzeug (direkt an den Notausgängen auf den Tragflächen, mehr Beinfeiheit ) ergattern und es dir bequem machen. Bei Billigfluggesellschaften ist das normal das man sich den Sitzplatz selber aussucht, ausser wenn man eine Zusatzgebühr zahlt. Bzw. man muss eine Zusatzgebühr zahlen das man als erster ins Flugzeug darf und sich somit auf die besten Plätze setzen darf. Wenn ich die Fahrt mit dem Auto zum Flughafen überlebe habe ich gute Chancen, auch auf der weiteren Reise nicht zu sterben.