hopsepunkt

April 13, 2009

Megalomalie

Filed under: Satire — JumpingPoint @ 11:43 pm
“Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein.”, besangen schon Element of Crime. Ich persönlich finde, dass jeder ein Anrecht auf seinen eigenen psychischen Knacks hat. Wen wundert es, dass einige Stimmen hören, die mit einem sprechen, wenn es sonst keiner tut.
Größenwahn (Megalomalie) zum Beispiel finde ich höchst interessant. Vielleicht auch weil ich selber darunter leide. Zumindest wurde mir dies an den Kopf geworfen, als ich den Wunsch äußerte einmal so reich zu sein um die Dominsel aufkaufen zu können. Möglicherweise war es aber auch die weiterführende Idee aus dem Dom mein privates Wohnzimmer mit Fußbodenheizung zu machen.
Ersteinmal muss ich aber reich werden. Ich habe schon seit Jahren die düstere Ahnung, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Besonders wenn mein Dispot mir wieder Magengeschwüre zaubert, beim Blick auf den Kontoauszug. Mir sagt das 2 Dinge. 1. Keine Kontoauszüge mehr holen. 2. Den schnellesten Weg finden reich zu werden. Und wenn schon reich, dann auch gleich noch berühmt. Erst zog ich in Betracht mir einen reichen Typen zu angeln bei dem ich nur lieb gucken und seinen Blick in den Ausschnitt ignorieren muss. Nebenbei ein wenig in den Haaren spielen und gelegentlich sowas sagen wie: “Echt jaaaa? Is ja cooool!” Da ich das aber keine 5 Minuten durchhalte, muss eine andere Lösung her.
Als ich Kind war, hatte ich viele Kassetten und hab auf Kindergeburtstagen das Topfschlagen zu einem musikalisch unvergesslichen Erlebnis gemacht. Also liegt doch DJ werden recht nahe. Leider sind Kassetten überholt und Playlists vom PC kann auch jeder. Platten haben da viel mehr Stil. Leider habe ich gerade mal zwei. Frank Schöbels “Weihnachten in Familie” und Pitti Platsch. DJ-Equipment fehlt mir auch, wie Turn-Table, Ahnung von der Materie usw. Hielt mich aber trotzdem nicht davon ab irgendwann neulich im Vollrausch den DJ eines Clubs anzupöbeln: “Hey du! Ich will auch ma!” Ein leicht verdutztes “Wa?!” stachelte mich nur noch mehr an. “Na ich will auch ma! So Skrääätschen und so!” Die Türsteher unterhielten sich nicht sonderlich lange mit mir, sondern zeigten mir dann auf schnellstem Weg den Ausgang. So endete auch diese Karriere, bevor sie beginnen konnte. Was für eine Verschwendung.
Da ich es in letzter Zeit mit großen Rede habe, war meine nächste Idee einen Kanal zu eröffnen, wie Telemedial und dann Predigten halten über Themen, die Menschen wirklich berühren. Wenn ich das mal demonstrieren dürfte:
“Halleluja meine Kinder! Der Teufel ist in unser Fernsehen gekommen um Besitz von unseren Großmüttern zu nehmen. Ihren Geist zu vernebeln auf das sie allen möglichen Scheiß kaufen. Amen! Meine Kinder, ich sage euch, wir müssen kämpfen! Gegen QVC! Halleluja! Ja ich sage euch! Gegen QVC-geile Ommas! Amen! Für darunter von allem möglichen Blödsinn beschenkten leidenden Enkel! Halleluja! Amen!”
Aber um die ganze Sache zu untermalen, hätte ich einen Gospelchor gebraucht. Selber Singen ist nicht.
Fürn Catwalk habe ich weder Tasche for the Competition und auch keinen knabengleichen Körper. Malen könnte ich noch. Wie Bob Ross oder so, aber Künstler werden irgendwie nur gehyped, wenn sie tot oder durchgeknallt sind. Oder beides. Möglicherweise könnte ich mit letzter Eigenschaft was reißen, aber ich versuch es dann doch lieber auf der Poetry Slam Bühne zu Ruhm und Ehre.

March 23, 2009

Crossgolf und andere Katastrophen

Filed under: Satire — JumpingPoint @ 9:58 pm

Crossgolf - das Mittel mit dem Langeweile gekonnt niedergeknüppelt werden kann. Wenn es dann noch nichts Böses ahnende Passanten sind, wird es Zeit den Übungsplatz “Ach so weit fliegt der eh nicht! Wir sind eben noch Anfänger.” im Park zu wechseln.

Praktisch wenn hinter dem Haus ein riesiges Gelände liegt, das regelrecht danach schreit mit einem Vierereisen vom Gras frei gesenst zu werden. Nun ja, auch wenn man schon fast den Golfball in Köpfe Unbeteiligter geschlagen hätte, heißt das noch lange nicht, dass man auch beim Abschlag immer den Ball trifft. Quasi ein lustiges Russisch-Roulett, bei dem als Absicherung eine gute Haftpflichtversicherung bzw. ein Anwalt in der Verwandtschaft von Nutzem sein kann. Gut… Einige haben keines von beidem, aber das soll nun nicht unbedingt dem Spaß abkömmlich sein.

Das perfekte Golfwetter ist natürlich der Sonnenschein. Die Nachbarn werden Anfangs noch leicht verwirrt schauen, aber jeder Anblick kann zur Gewohnheit werden und damit erträglich.

Trübe Wolken ziehen nur dann auf, wenn plötzlich die Stadtspitze der Meinung ist auf besagtem Platz einen Golfplatz zu bauen. “Moment!”, denkt sich da der Crossgolfer “Hier ist doch schon einer!” Da eine Zwei-Mann-Demo zum Erhalt des Naturgolfplatzes ziemlich sinnlos erscheint, steht man besorgt am Fenster und beobachtet die angefahrenen Sandmengen und Baugerätschaften. Umso mehr möchte man an ein Wunder glauben, als alles wieder abtransportiert wird, weil festgestellt wurde, dass der komplette Boden inklusive Grundwasser verseucht ist. So ein Jammer und dabei wollte die Stadt mit diesem Projekt beim nächsten großen Event glänzen. Der Crossgolfer hingegen poliert derweil gemächlich sein Eisen und schlendert auf den wie durch ein Wunder freigewordenen Spielplatz des kleinen weißen Balls. Betrachtet man nun das ganze im Nachhinein scheint der Beginn der Bauarbeiten sogar wie ein Segen. Das Gras in dem sich gerne mal einer dieser sündhaft teuren Golfbälle verirrt, ist komplett verschwunden und wurde ersetzt durch einige Hügel und einer riesigen Pfütze. Juhuu! das nennt man Herausforderungen! Ein Startpunkt wird ausgemacht, ein Ziel pi mal Daumen festgelegt, man tätigt einen Probeschlag, holt kräftig aus, richtet die Hüfte, schlägt ordentlich drauf und während die Augen nicht mehr so wirklich orten in welche Richtung die Fluglinie verläuft, vernehmen die Ohren bloß ein kleines verräterisches “Platsch!”

Supi. Direkt in die Mitte der überdimensionalen Pfütze. Wirkte die vorhin nicht viel kleiner? Und nicht so tief? Und überhaupt! Das war nun schon der 5. Ball diese Woche. Da ungeschicktes Herumstochern mit dem Schläger letztendlich nur die Nachbarn erheitert, bleibt nur eins: Schuhe und Socken aus, Hose hochgekrempelt und ab durchs Wasser gewatet. Zum Glück hat man früher als Kind nicht auf die Mutti-Sprüche gehört “Nur weil heute zum ersten mal warm ist, gehst du noch nicht baden!” Alles klar. Mütter unterschätzen einfach, dass nur so das solide Immunsystem entstehen konnte. Ob jener Krankheitsschutz nun auch gegen das verseuchte Grundwasser helfen würde, das langsam in die kleinen von Glasscherben verursachten Schnittwunden dringt, steht in den Sternen. Ist auch nicht weiter wichtig, denn man hat ihn wieder! Unter Applaus der Nachbarn auf ihren Balkonen wird er wie eine Trophäe gen Himmel gehalten nur um 5 Minuten später mit einem gekonnten wenn auch zufälligen Schlag im angrenzenden Fluss zu landen. Solange auch dieser Tag ohne Todesopfer auf beiden Seiten, Sportler und Zuschauern auskam, kann dieser Verlust mit einem Schulterzucken hingenommen werden und ein späteres Bier wird auch diesen Schmerz heilen.

March 8, 2009

Frauentag

Filed under: More Drama Baby! — Custin @ 6:01 am

Frauentag
Ja, Frauentag
Was hat euch bloß zur Frau gemacht?

Einst ein Chromosomenpaar
Sind’s heut die vielen Launen gar?

Feiern wir, dass ihr so anders,
Oder dass doch alle gleich?
Oder feiern Wir nun gar nicht
Im heut’gen Frauen-Feier-Reich?

Ein Alpenveilchen für euch heut
Als kleinen Dank und kurze Freud

Auf dass ihr uns auch morgen nicht scheut.

M.G.
8. März 2009

March 6, 2009

Das Wichtige

Filed under: More Drama Baby! — JumpingPoint @ 3:49 pm

Am Ende ist  dann doch nur eins wichtig…

Denn von ganz nahem betrachtet…

Und wenn man es genau nimmt…

Sich ohne jede Umschweife eingesteht…

Den Gedanken zulässt…

Der Gewissheit Raum lässt…

Ist es einfach am besten loszulassen und zu gehen.

February 25, 2009

Die Spiegelscheibenwelt

Filed under: Satire — Custin @ 1:52 am

James Bond, man das ist schon einer.
Der weiß immer was zu tun ist. Kriegt alles unter einen Hut und am Ende auch noch das Mädchen.
Ja klar, und die Welt hat er meist ja auch noch gerettet, aber das dann doch eher nebenberuflich. Eigentlich sieht alles wie Urlaub aus. Man das ist perfektes Zeitmanagement. Wobei er sich ja zum Schluss immer ein weinig sputen muss.
Ja, Perfektionismus ist eine schöne Sache.
Nur leider nicht praxistauglich.
Das ist leider auch der Grund warum ich zu nichts komme. Nein, versteht mich nicht falsch. Ich bin alles andere als ein Perfektionist. Vielmehr werde ich so schnell von anderen Sachen abgelenkt das ich nix zu Ende bringe.

Selbst das Zähneputzen find ich grundsätzlich viel zu zeitintensiv.
Wer hat sich diese seltsame 3 min Regel eigentlich ausgedacht? Dr. Best? Ist das wissenschaftlich überhaupt noch haltbar?
Um mir Arbeit abzunehmen musste vor einiger Zeit eine elektrische Zahnbürste her. Jetzt geht das natürlich alles viel leichter von der Hand. Man muss sich praktisch fast nicht mehr bewegen.
Klingt auf den ersten Blick wie „Ziel erreicht“ Ja ha! So hatte ich vermutet.

Aber wenn ich nicht irgendwas mache wird mir langweilig. Und wenn mir langweilig ist denke ich nach. Und die liebe Frau Admin wird mir Recht geben: Denken kann auch eine schwere Bürde sein.

Wenn ich vor einem Spiegel stehe, ohne Beschäftigung fängt eben der Rödelapparat da oben an zu rödeln. Man fängt an, über sich selbst nachzudenken. Und da gibt es vieles, das lieber unausgegraben bleiben sollte.
Vor allem in dieser unvorteilhaften nüchternen Umgebung und der nüchternen eigenen Person.
Ab und an ein wenig über das eigene Leben reflektieren, idealerweise mit einem Glas Wein oder einem kühlen Bier in der Hand, sich selbst praktisch schön trinkend gelingt das ja auch viel besser. Selbstgefällig mit einem durchgängigen Grinsen sind die Tage gleich doppelt schön gewesen.
Man hat plötzlich, wenn man genauer überlegt, richtig was erlebt. Etwas bewegt. Das Leben hervorragend gemeistert, ja sogar beherrscht!
Aber doch nicht mit tropfendem Zahnputzschaum um den Mund. Meist weniger ansehnlich als man sich das wünschen würde unter dem erbarmungslos grellen Neonlicht. Strahlend rote Pickel, Falten, Augenringe.
Helles Licht zu einem Zeitpunkt, zu dem man einen Kaffee bräuchte, laute Musik, ein geschmiertes Brötchen vielleicht. Aber sicher nicht die -leider viel zu ehrlichen- Einblicke in die Spiegelwelt und das frontal. Mit einem basslastigen Brummen der Zahnbürste am Kieferknochen.

Und wer braucht das?
Ich weiß wo mein Mund ist. Zumindest im nüchternen Zustand.
Und wenn der Zahnbürstenkopf erstmal eingelocht wurde krieg ich das simple hin- und herziehen auch volltrunken hin. (Ja ja, kreisende Bewegungen… Aber nicht zu fest aufdrücken!)
Also wozu so was im Bad vor dem Spiegel machen?
Der Weg durch die Wohnung bietet sich an. Man ist abgelenkt, aber dieses Waschbecken da vor einem hat ja schon seinen Sinn. Und diesen weißen Schaum aus dem Teppich waschen fällt doch langwieriger aus als ich gedacht hätte.
Es gibt also eigentlich nur eine Alternative:
Ab mit dem Spiegel… Stattdessen wird man morgens und abends von einem Flatscreen überrascht. So kann man sich gleich nach dem Aufstehen schon wieder in die fantastischen SciFi-Südsee-Strände von „James Bond jagt Dr. No“ oder „Die blaue Lagune“ flüchten. Und wenn man sich doch mal sehen muss reicht auch die ausgeschaltete glänzende Scheibe der Glotze. Genauer will mans doch gar nicht wissen.

February 23, 2009

Welcome to your personal hell! Check in!

Filed under: Satire — JumpingPoint @ 10:00 pm

Ich schwörs! Ich bin in meiner persönlichen Hölle gelandet. Oder zumindest weiß ich wie sie aussehen wird. Der Tag fing schon nich besonders an. Erstmal hatte ich nichts zum Frühstück im Haus. Ja ok. Eigene Schuld. Aber im Grunde spielte das auch keine sonderlich große Rolle. Mir war nämlich speiübel. Irgendwie hat sich das auch bis hin zu meinem Besuch in der Bibliothek gezogen, wo mir dann auf einmal schwindelig wurde und ich mich am Regal festhalten musste.  Außerdem bekam ich leichte Kopfschmerzen. In der Hoffnung nichts Krankhaftes auszubrüten ließ ich mich in der Mensa nieder und wähnte mich schon in dem Genuss der Tag würde besser werden, als mein entzücktes Auge superleckeres Eis als Nachtisch erspähte. Aber man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben.
Und wie ich mich an meinen Schreibtisch niederließ und mir endlich meine nervtötende Schreibarbeit für die Uni antat, dachte ich mir, ich könnte mir heute zwei Stunden Schwimmbad als Belohnung gönnen. Ich schaffte es sogar den Typen zu ignorieren, der mich auf meinen pflichtgemäßen 1000m ständig anrempelte. Als ich dann aber im Pool saß… Aaaaaaaaargh!!!!
Ich fang am besten anders an. Entspannt euch. Schließt die Augen. Stellt euch vor ihr sitzt im angenehm warmen Wasser eines Whirlpools und die aufsteigenden Luftblasen massieren leicht eure Haut. So… und jetzt ist Schluss mit lustig. Dass noch jemand mit in das Becken gestiegen ist, habt ihr registriert aber ignoriert. Was aber einfach nur abartig ist, ist das Schmatzen von links. Linkes Auge leicht geöffnet und rübergeschielt. Da steckt doch tatsächlich so ein Katzenbrecky-Mädel (Solariumbräune erinnert mich genau an diesen Farbton von Katzenleckerlis) ihrem Schatzi die Zunge in den Hals. Ihr kurzzeitiges Quieken lässt mich nur erahnen wo seine Hand gerade hingewandert ist. Boah! Und weil das nicht genug ist, gesellt sich auf meine rechte Seite noch ein zweites turtelndes Pärchen. Nennt mich verbittert in Anbetracht meiner über 2jährigen Singlephase… Aber DAS!!! Das fand ich schon in meinen Beziehungen widerlich. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir total blöde zwischen den Vieren vorkam.

Na denn schönen Abend noch

die JP

February 22, 2009

Tagebuch eines Ignoranten

Filed under: Satire — JumpingPoint @ 4:40 pm

1.Dezember

Liebes Tagebuch,

Heute habe ich frische Bettwäsche aufgezogen. Wie schnell doch so ein Jahr vergeht. Aber was tut man nicht alles, wenn Mutti zu Besuch kommt. Ich habe deswegen auch extra Handtücher gewaschen. Eigentlich schade. Jetzt habe ich keine Tabletts mehr. Im Grunde spielt das aber keine große Rolle. Neulich hätte ich schwören können, die Kaffeetassen hätten sich allein Richtung Küche bewegt.
Es läuft halt doch alles von selbst, wenn man den Dingen ihre Zeit lässt.
Als Mutti dann da war, wollte sie unbedingt mit mir Unterwäsche kaufen gehen. Sie schlug einen Siebener-Pack vor, bedruckt mit den einzelnen Wochentagen. Ist mal was anderes als meine übliche Zwölferausstattung Januar bis Dezember.
Das Kaffeetrinken danach war auch recht nett. Aber ich habe das Gefühl, die Kellnerin dachte, ich würde scherzen, als ich meinte, ich würde meinen Kaffee schwarz wie meine Füße trinken. Zumindest kicherte sie albern in sich hinein. Gab dann halt kein Trinkgeld.
Zum Schluss kaufte Mutti mir noch ein Deo. ich war dadurch leicht verunsichert. Immerhin sind es noch 23 Tage bis Weihnachten.
Ich wünschte Mutti käme mich öfters besuchen, aber sie faselte etwas von abgelaufenem Impfschutz. ich glaube sie wird langsam paranoid.3. Dezember

Liebes Tagebuch,
Vor ein paar Tagen hat der Weihnachtsmarkt eröffnet. ich dachte, ich schau mir die Sache mal an. Dort lief auch ein Weihnachtsmann herum.
Warum Kindern die Existenz dieses Mannes vorgegaukelt wird, ist mir schon seit Jahren ein Rätsel. zu alledem verschenkte er auch noch Süßigkeiten und das obwohl die Bälger nichts dafür tun müssen. Meinereiner geht schwer arbeiten… zumindest könnte das theoretisch so sein. Insofern war ich empört, als ich nach einer Endlosdiskussion, in der ich mir das recht erkämpfen wollte auch mal in den Sack vom Weihnachtsmann greifen zu dürfen, vom Securitydienst recht bestimmt vom Weihnachtsmarkt verwiesen wurde.
Dies war kein so schöner Tag liebes Tagebuch.

6. Dezember

Liebes Tagebuch,
Ich war gestern ordentlich einen heben.
Als ich heute morgen die Treppe hochwankte, standen bei meinen Nachbarn gefüllte Stiefelchen vor der Tür.
Von Pädagogik haben die wohl auch noch nichts gehört. Die Schuhe waren nicht mal vernünftig geputzt. Hab mich in dem Augenblick an den Weihnachtsmann von neulich erinnert. Sicher haben die Gören da auch schon ordentlich abgesahnt. Außerdem bezweifle ich, dass die kleinen Nervensägen das ganze Jahr über artig waren. Hab die Hälfte des Süßkrams entfernt. ich war also noch recht großzügig.
Somit wurde ich für die himmerlschreiende Ungerechtigkeit vom Weihnachtsmarkt entschädigt und die lieben Kleinen lernen was fürs Leben. So gleicht sich eben doch alles aus.

10. Dezember

Liebes Tagebuch,
Hatte heute ein Blind Date. Geistig war sie scheinbar nicht ganz auf meiner Höhe. Sie wollte wissen, was ich beruflich machen würde. Als ich ihr erklärte, dass ich es für Versklavung durch die Gesellschaft halten würde, wenn ich zum Arbeiten gezwungen werden würde und es überhaupt nicht nötig ist zu arbeiten, wenn der Staat für mich zahlt, warf sie mir “Sozialschmarotzer” an den Kopf. Danach die Cocktailkarte als ich nachhakte, ob sie schon immer Faschist gewesen sei.
Mittlerweile bin ich es leid mein Mitmenschen ständig belehren zu müssen. Aber diese junge Dame ist dermaßen unkompatibel mit mir, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir das je hinkriegen werden.
Ich hielt es in dem Augenblick für ratsamer mich zurückzuziehen.
Ich hoffe, sie ist in sich gegangen, als sie unsere Rechnung zahlte und denkt auch über meine Mail nach, die ich ihr vorhingesendet habe. Nicht dass ich sie wirklich wegen tätlichen Angriffs anzeigen würde, aber man kann ja mal darüber nachdenken, sollte ihre Vernunft es nicht zu einer Entschuldigung bringen.

11. Dezember

Liebes Tagebuch,
Frechheit! Sie hat nicht geantwortet, mich dafür aber in der Community auf ihre Ignorierliste gesetzt.
War dann bei der Polizei um den Fall zu schildern.
Statt mich in meinen Rechten ernst zu nehmen, entschuldigte sich der Beamte kurz um etwas zu erledigen. Er kam mit drei Kollegen zurück, die sich scheinbar das Lachen verkniffen.
Sie verfolgten gebannt die Bestandsaufnahme, während einer von ihnen leicht rot angelaufen kurz den Raum verließ. Ich beschwerte mich, dass der Ernst der Lage hier scheinbar nicht zur Kenntnis genommen würde. Sie nickten nur, einer tätschelte mir die Schulter und dann schickten sie mich weg.
Kein Wunder, dass sich Frauen heute alles erlauben können und es so viele Singles wie mich gibt. Ich bin halt viel zu gut für diese Welt.

14. Dezember

Liebes Tagebuch,
Ich bin einfach kein Fan der “Wie-gehts-Mutti?”-Frage.
Hab heute zwei ihrer Schulfreundinnen getroffen. Habe behauptet sie wäre vorige Woche gestorben. Die eine ist in Tränen ausgebrochen. Ich glaube, das war geheuchelt. Selbst schuld. Sie könnte auch einfach öfters mal anrufen. Die andere wusste nicht so recht, was sie sagen sollte und bedauerte mich selbsternannte Halbwaise. Schrecklich. So kurz vor Weihnachten.
Bin gespannt, wie Mutti reagiert, wenn sie die ersten Kordulenzkarten erhält und vor allem wie schnell sich ihr Ableben herumspricht.

17. Dezember

Liebes Tagebuch,
Mutti hat mich heute hysterisch angerufen, was mir einfallen würde solch einen Unsinn zu verbreiten. Drei Tage also. Ging ja fix. Hab mit Fünf gerechnet.
Ich wollte sie beruhigen, indem ich ihr riet sich zu freuen. Endlich melden sich mal alle wieder. Das beklagt sie doch schon seit Jahren.
Hab jetzt ein Piepen im Ohr von ihrem Geschrei. Hab ihr dann vorhin einen Gutschein für ein Antiaggressionstraining organisiert. Nicht nur weil sie es scheinbar bitter nötig hat, bin ich damit zwecks Weihnachtsgeschenk aus dem Schneider.
Fehlt ja nur noch Papa.

19. Dezember

Liebes Tagebuch,
Heute hat Papa angerufen. ich find das langsam anstrengend. Was wollen die beiden ständig von mir?
Und dann solche blöden Fragen. Warum ich immer Mutti den letzten Nerv rauben würde und was sie nur in meiner Erziehung falsch gemacht hätten.
Woher soll ich das wissen?
hab dann die letzten zehn Folgen der Supernanny heruntergeladen und auf CD gebrannt. Ich bin mir sicher, er wird sich über sein Weihnachtsgeschenk freuen.

24. Dezember

Liebes Tagebuch,
Meine Eltern sind immer so schüchtern. Ich finde, sie könnten ihrer Freude über ihre Geschenke mehr Ausdruck verleihen.
So bescheiden sie auch sind, umso weniger Empathie bringen sie auf, wenn sie Geschenke für mich aussuchen. “Knigge-Ratgeber” und “Anleitung für ein geordnetes Leben” Dazu meinten sie noch, dass mir das vielleicht helfen würde, etwas mehr über mein Leben nachzudenken.
Komplett unsensibel rührten sie damit an meiner einsamen Seele. Ja liebes Tagebuch: einsam.
Und das alles nur, weil ich mich für niemanden ändern würde. Meine Schwester meinte ich wäre ein egozentrischer Ignorant. Ich würde es eher als selbstreuer Individualist bezeichnen. Aber es hat schon seine Gründe, warum sie von mir noch nie etwas zu Weihnachten bekommen hat. Sie scheint jedes Jahr wieder darauf zu hoffen.

28. Dezember
Liebes Tagebuch,
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen.
Hab meinen ehemalig besten Freund angerufen. Er schrie mich am Telefon an, dass ich verdammt mutig sei, mich überhaupt nochmal zu melden.
Er ist also immer noch sauer.
Kann ich immer noch nicht so ganz nachvollziehen. Immerhin habe ich mich komplett selbstlos aufgeopfert um ihm zu beweisen, dass seine Freundin unter starkem Alkoholeinfluss nicht treu bleibt und dann genauso leicht zu haben ist, wie alle anderen billigen Frauen auch.
Anstatt meinenFreundschaftsbeweis als diesen zu würdigen, drohte er mir rohe Gewalt an.
Er war halt schon im Kindesalter cholerisch veranlagt.

31. Dezember

Liebes Tagebuch,
Da mein Kumpel immer noch schmollt, brauche ich dringend eine andere preisgünstige Möglichkeit in das neue Jahr zu feiern.
Denke, ich werde zu meine Schwester gehen. Ich meide zwar ihre Gesellschaft für gewöhnlich, aber ihre Partys sind spitze. Außerdem kostet es mich als ihr Bruder nichts da aufzukreuzen.
Wir lesen uns dann im neuen Jahr liebes Tagebuch.

1. Januar
Meine Schwester schien gar nicht zu wissen, wohin mit ihrer Freude mich zu sehen, wo ich doch sonst nie was von mir hören lasse.
Sie zog mich ständig in eine andere Ecke, wenn ich Gespräche mit ihren Arbeitskollegen anfangen wollte und erst recht mit ihren Freundinnen.
Sie war, was mich betrifft, noch nie so einnehmend. Ein wenig schmeichelte mich ihr Verhalten schon, mich aber bei ihremEx abzuladen, der mit derselben Intention, wie ich gekommen war, fand ich dezent übertrieben.
Zur Strafe erzählte ich allen, die in meiner Nähe standen, wie sie als kleines Kind immer am liebsten nackt umher lief und sich desöfteren auch mal in Einkaufspassagen ihrer Kleidung entledigte. Es dauerte auch nicht lange bis sich eine Menge der Gäste um mich versammelt hatte um meinen Anekdoten zu lauschen.
Ich wurde dann kurz nach Mitternacht gebeten zu gehen. Und sowas nennt sich dann Geschwisterliebe.
Nun ja liebes Tagebuch, es war doch alles in allem ein recht ruhiges Jahr.
Habe heute über gute Vorsätze nachgedacht. Da ich mich so ziemlich selber mag, wäre der einzige, so zu bleiben wie ich bin.

Frohes Neues, liebes Tagebuch!

February 20, 2009

Geballter Kompetenz Schreiberling

Filed under: Redaktion — Custin @ 2:28 pm

Guten Abend,

ich durfte eben freundlicherweise schon was von Kompetenz in Bezug mit meiner Person lesen.
Das weise ich erstmal entschieden zurück. Vielleicht habe ich in der Vergangenheit irgendwann unbewusst den Eindruck vermittelt von irgendetwas eine Ahnung zu haben. Leider ist dem nicht so.

Ich entdecke hier im schönen Brandenburg immer wieder neue Straßen. Könnte also auch nur schwer Menschen den weg irgendwo hin erklären. Ich bin oft total überrascht wie es Leute schaffen nicht nur die Straßennamen zu kennen, sonder sogar noch wissen was in diesen vielen Häusern drin steckt.

Ich vertrete einfach die Randgruppe der zugezogenen Dorfkinder von nicht ganz so weit weg aber immer noch so weit um keinen Plan von nix zu haben.

Also Lokalinfos aus Branne sind von mir wohl eher selten.

Halt … in der 2. Etage, Treppenflur in meinem Mietsaltbau brennt jetzt schon seit 4 Wochen kein Licht. Entweder ist der Hausmeister tot oder verschollen(oder beides), oder er arbeitet nicht im Winter.
Aber das ist wohl eher zu “lokal”.

Custin

February 19, 2009

Brandenburg und seine Fachhochschule

Filed under: Nachrichten — knut @ 10:04 am

An der FH Brandenburg wird immer gerne diskutiert, wie man die Hochschule für Studierende und Mitarbeiter attraktiver machen könnte. Ein lobenswerter Ansatz ,der bislang auch Früchte zu tragen scheint:

Eine Vielzahl von Pressemeldungen verbreitet neue Errungenschaften wissenschaftlicher, technischer und sozialer Art in Inter- und Papernet. Ein neuer Kinderspielsplatz vor der Mensa wurde gebaut, eine Kinderecke in der Mensa eingerichtet, Fielmann pflanzte Bäume, die familienfreundliche Ausrichtung der Hochschule wurde ausführlich dokumentiert und kommuniziert.

In den Hochschulrankings steht die FH Brandenburg richtig gut da, die Qualität von Lehre und Ausstattung werden von den Studierenden stets gut bewertet. Trotzdem wird man den Einduck nicht los, dass die Schule eher ein Fremdkörper in der Stadt ist als eine geschätzte und geachtete Innovationsmaschine mit dem Potential, wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt Brandenburg an der Havel auszuüben.

Man könnte sich die Frage stellen: “Lässt sich nicht ein Weg finden, ein integriertes Konzept, um sowohl Stadt als auch Hochschule effektiv voranzubringen? ”.

Ein Lösungsansatz könnte folgender sein: Die FH versorgt über 2800 Studierende aus aller Welt und beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Die wenigsten davon haben ihren Lebensmittelpunkt in Brandenburg.

Warum wohl?

 Die Antwort auf diese Frage lautet meist: “In Brandenburg a.d.H. ist eben nichts los, weder kulturell noch partytechnisch”. Das stimmt zwar nur tendenziell, in der Regel ist zumindest am Wochenende schon für jeden was dabei. Nichts desto trotz ist das die vorherrschende Ansicht, und damit ein Problem. Ein sogenannter Teufelskreis: Wenn keiner hier ist weil nichts los ist wird auch nie was los sein. Wenn sich 1500 Studierende und 200 Mitarbeiter plötzlich entscheiden am Stadtgeschehen teilzunehmen kann man sich davon einen wesentlichen Effekt zur Belebung der havelstädtischen Party- und Kulturszene erhoffen.

Aus diesem Grund möchte ich anregen, aus Mitteln und Personal von sowohl Hochschule als auch Stadt eine Task-Force zu bilden die sich der Erarbeitung umsetzbarer Lösungsvorschläge annimmt. Es kann nicht sein, dass die Stadt für FH-Studierende und -Mitarbeiter so unattraktiv ist/bleibt, dass 90 % der FHler teilweise enorme Anfahrtswege in Kauf nehmen, nur um nicht hier wohnen zu müssen.

Die FHB hat noch eine Menge Potential für Brandenburg, wir sollte es nutzen - schnell. Denn Studierende sind die Botschafter Brandenburgs. Viele haben sich, was Ihren geographischen Lebensmittelpunkt betrifft, noch lange nicht festgelegt, ehemalige Studierende aus Brandenburg sind nach ihrem Abschluss in allen Teilen der Welt anzutreffen. Sie sind es, die dort von Brandenbug erzählen, es wäre schön wenn es gute Erzählungen werden.

mfg

knut

February 16, 2009

Heute schon ‘nen Kasper gefrühstückt?

Filed under: Satire — JumpingPoint @ 12:58 pm

Ich bin derzeit wieder mal in einem kreativen Loch. Ich gebe es zu. Auf Knopfdruck witzig sein funktioniert einfach nicht. Das ist nicht weiter tragisch, immerhin verdien ich bis jetzt noch kein Geld damit. Wer weiß, ob ich das überhaupt irgendwann einmal tue.  Als ich das letzte Mal gefragt wurde, warum ich nicht meine eine lustige Sache weiterschreiben möchte, habe ich mich gefragt ob Drehbuchautoren denselben Druck empfinden, wenn sie eine Fortsetzung von erfolgreichen Filmen schreiben sollen. Mal ehrlich, wenn man eine großartige Idee hatte und die komplett ausgeschöpft hat um 100% zu bringen, dann ist es nicht möglich da noch einen drauf zu setzen. Da muss man schon ziemlich harte Drogen nehmen um sich noch weiter in die Thematik reinzusteigern.

Klar! Man versucht weiterzumachen, neue Ideen zu sammeln und gleichwertiges zu liefern. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Man betrachte mal die SAW-Reihe. Keiner weiß mehr, wieviele Teile es mittlerweile überhaupt gibt, aber die Schreiber müssen eine enorm sadistische Seele haben um sich das ganze kranke Zeug auszudenken. Vielleicht auch masochistisch, aber da weiß ich gerade nicht welche Perspektive ich krankhafter finden würde. Fakt ist aber, dass die auch nicht besser werden. Ebenso Komiker. Die sind auch nicht immer gleich witzig. Warum auch? Sind schließlich auch nur Menschen.

Man stelle sich doch mal so ein Tag eines Komikers vor der 24 Stunden witzig sein kann. Er wacht morgens fröhlich lachend auf. Er macht einen lockeren Spruch über die zerzauste Frisur seiner Frau, die zwar leicht verschämt ist,  weil der Spruch auf ihre Kosten ging, sich aber das Lachen kaum verkneifen kann genau wie die Kinder, die publikums-like aufgereiht vorm Ehebett stehen und gröhlend abplaudieren. Beim Frühstück ist schon auf das Weißbrot ein Smilie gebrannt, weil der Toaster sich kaum eingekriegt hat, als der Komiker die Küche nur betrat. Zur Arbeit muss er zum Glück nicht. Er kann locker von den Bühnenauftritten leben, für die ihn grundsätzlich spontan das Programm einfällt. Deshalb kann der den Vormittag damit verbringen seine angestellte Haushälterin beim Putzen zu unterhalten. Zum Mittag freut sich das Schnitzel eben wie ein solches, angesteckt vom immer noch kichernden Toaster, das man meinen könnte, es läge lieber hier auf dem Teller, als dass es noch am ganzen Schwein hängen würde. Nachmittags beim bummeln durch die Stadt gibt er nicht nur jedem Fan ein Autogramm, nein er erzählt jedem auch gleich noch einen Witz, den er sich just in diesem Augenblick ausgedacht hat. Später am Abend ist er natürlich zu diversen Partys eingeladen, wo er nichts lieber tut als den Entertainer zu spielen. Zwischen den Häppchen und der Salatbar bricht schon alles in Tränen aus vor Lachen, einfach nur weil schon die Ausstrahlung des Komikers für gute Laune sorgt. So kann er dann freudestrahlend in sein Kissen sinken, während seine Frau immer noch über den Gut-Nacht-Spruch gackern muss.

Wenn ich mir das so vorstelle, sollte ich vielleicht doch anfangen Gedichte zu schreiben. Ich bin zwar in der lyrischen richtung komplett unbegabt, aber so lande ich vielleicht mit meinen Werken in der Bravo.

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