Ibiza Occident – von der alternativen Feierinsel zum verkrampften Kommerzspektakel
Im Film Ibiza Occident beschreiben durchweg die Veteranen der Szene – von denen keiner verbittert scheint – das ursprüngliche Ibiza vor Jahrzehnten, als die Insel noch ein weniger materialistischer Platz war, wo wichtige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens neben dem ungewaschenen Aussteiger tanzten und ein kleines Budget einen Sommer des glücklichen, integrativen Hedonismus kaufen konnte. Heutzutage, wie ein Mann im FIlm zu Protokoll gibt, der seine erste Disko 1967 eröffnete, machen sich viele Partygänger sogar nicht einmal mehr die die Mühe zu tanzen, es ist viel mehr ein uninspririertes Hüpfen.
Wir sehen viel von diesem Hüpfern, weil Schwaiger seine Kamera mit in die großen Ibiza Clubs nimmt, deren Betreiber, Stars und Paradiesvögel, egal wie jung und schön sie aussehen mögen, mit äußerster Lieblosigkeit eine einträgliche Kommerzmaschine am Laufen halten. Wo es früher echte Bühnenshows mit künstlerischem Anspruch gab sieht man in diesen Tagen der verlorenen Inspiration selten mehr als nur langweilige, ausschweifend kostümierte (oder alternativ fast unkostümierte) TänzerInnen, die sich unter Lasern krümmen oder von der Decke hängen, häufig maskiert, so werden ihre vollkommenen Körper durch die Persönlichkeit nicht gestört.
Überraschend für einen Filmemacher, der sagt, dass er durch seine Faszination für elektronische Musik motiviert wurde, diese heutigen Ibiza Party Klubs nimmt, um den Spririt der Szene aud den guten alten Zeiten einzufangen – Wie gut ihm das gelungen ist soll jeder selbst beurteilen.
Ibiza Occident Trailer